Bauherrentagebuch von Erhard und Heidemarie Widmaier

Baudokumentation I

Am 3. Jänner verließen wir Renningen, wo liebes Asyl wir finden, ohne Hemmungen bei Carmen und Walter, die uns begleiten nach Waldkatzenbach, wo wir uns bereiten im Feriendorf ein Zwischenheim, bis wir zogen nach Mülben in den Engel ein.

Am 18. Jänner war Besprechung groß, mit Bähr und Baron – wir dachten, dann geht’s los! Am 18. Februar war Bauausschuss und damit wars an Aktivitäten Schluss!… Die Hütte, gar noch mit dem Eintrag „Müll“ da einfach gar nichts passen will, ein neuer Antrag muss da her, was war für uns zwar gar nicht schwer, doch wieder in den Ausschuss rein, das wird dann Mai, am 16. Sein! Dann brauchts im Landratsamt halt Zeit, da hieß es dann im Feriendorf: „Esi ist so weit, die Holländer haben alles längst gebucht, wir haben uns gefreut über ihren 5-monatigen Besuch!“ Und wieder fand man freundliches Asyl. 5 Tage boten uns dies Lehmanns mit Raum sehr viel! Dann halfen uns Walter und Carmen nach Mülben ziehn, da sind wir in der Wohnung 5 nun drin: Ein langes Warten und auch Mühen kann letztlich doch zur Freude dienen mit hübschem Balkon über Weiden, wo Freude macht uns allen beiden zu sehen, was auf Erden und im Wasser an Leben kann der Schöpfer fassen. Und irgendwann (am 26. Juli) geht uns zum Trost die Bauerei auch wirklich los: Gegraben wird tief in die Erden, auf dass fest fundamentiert kann werden, was uns zum Bleiben ist ersehen.. Herr, wir danken, dass es darf geschehen! Zuweilen eine Maschine nicht so tut, wie es für die Lindemanns wär gut, doch ansonsten muss man staunen sehr, was der mit dem Bagger kann schaufeln genau dahin und – her!

Herr Lindemann steuert den Bagger genau, „Lulu“ macht den Platz für den Hänger schlau! Wenn der Bagger Erde kippt, ists besser, als dass der Bagger von der Erde wippt! Die Höhe bei fünfhundert Metern liegt, der Hausrahmen sich zu den Regenrinnen fügt.

Baudokomentation II

Die Zisterne wird eingebaut, fünf Tonnen schwer, das sich der Bagger grad so traut! Der Grund geebnet und geschottert, damit die Bodenplatte sich nicht lockert. Fast möchte man zuweilen meinen, Herr Lindemann würde „Lulu“ mit der Schaufel vereinen, aber was man hand-schaufelnd nur mit Mühe schafft, das die Baggerschaufel mit einem Mal wegrafft! Und dennoch muss man mutig sein, sich ganz verlassend auf den andern fein!

Die Grundlage für die Bodenplatte ist vorbereitet, die Regenwässer werden in die Zisterne geleitet. Doch leider nachmittags sieht´s anders aus, der Regen nur so herab vom Himmel braust. Und dennoch machen Schalung und Schnurgerüst Herr Laubinger mit Bautiger-Mitarbeiter gar nicht wüst. Der Regen auch in Kittel rinnt, doch die Natur braucht ihn wie die Milch ein Kind! So halten beide tapfer aus, damit es vorwärts geht mit unserem Haus.

Hoffentlich haben die beiden Bautiger vom Regen keine Krankheit erwischt, denn am 8.8. geschieht anscheinend überhaupt nichts?! Doch halt, der Mehrspartenanschluss schaut ja aus dem Boden heraus; es geht doch offenbar auch heute weiter mit dem Bau vom Haus!

Am 9.8. ist es schon soweit: Der Stahl wird auf dem Boden ausgebreitet und mit  Beton dann zugegossen, auf dass die Arbeit an der Bodenplatte wird so abgeschlossen!

Schon ist der Vorbau für den Erker zu erkennen, den Gewitterregen abends würden wir freilich gerne hemmen! Doch alles liegt in Gottes Hand,… wir haben uns derweilen zugewandt einem abendlichen Kirchenkonzert, das war für uns auch wirklich nett: „Musicalisches Opfer“ hören wir, die „Kunst der Fuge“ war eine schwere Kür, ein Beethoven Streichquartett dann leichter wird, bis Haydns Serenade als Dreingabe wird „der Hit“. Und wirklich wirkt die Bodenplatte am Samstag bei Sonnenschein mit einer leichten Gipskruste dann doch recht fein!

Baudokumentation III

Am 7. August, da seht nur her, da bringt man den Baustahl, der war schwer! Doch wenn ein starker Kran ist am LKW, dann lädt der Schwabe ab ganz wunderschön! …und wenn Herr Laubinger kommt dazu, dann weiß man auch wohin damit im Nu!

Auch der Herr Baron holt dann nach das Bild vom Spatenstich ganz brav, und Erhard posiert glücklich gern dabei, weil nun ja läuft die Bauerei. Ja, man kann wirklich da nur staunen, wie das nun vorwärts geht auf dieser braunen Erde, in ihr ja drin und vor allem obendrauf, da loben wir des Schicksals Lauf! Dass wieder „spielt“ das Wetter mit, das ist schon mehr als unser Glück! Drum loben wollen wir den, der alles lenkt und unser Baugeschick auch göttlich wend`t. Daneben danken wir Herrn Baron und AMB, dass unser Haus wächst in die Höh`!

Baudokumentation IV

Wie sehr das doch die Bauherrn freut, wenn das Werk dann in die Höhe steigt! Dazu jedoch ist sehr geboten, dass Steine kommen auf unseren Boden, das erfolgt am 13. August, der sich auf „Mauerbau 1961“ traurig beruft. Wir hoffen doch, dass unsre Mauern niemand trennen und freundliche Besuche einmal nicht hemmen, sondern geben uns nur Schutz vor Witterung, die herrscht in der waldreich-schönen Umgebung!

Ein Ausruf von Frau Heidemarie sei noch bemerkt, als diese Steinpaletten stehen auf der Bodenplatte für des Hauses Werk:

„Wo sollen da denn noch die Möbel hin, wenn alle diese Steine sind verwendet für die Mauern drin?“ – Fast alle Pflanzen streben doch nach oben, um unseren Schöpfer im Himmel zu loben; – nur kluge Gärtner werden sie zuweilen beschneiden, dass sie werden ein wenig bescheiden und lassen es damit auch zu, dass auch Schwache und Langsame wachsen in Ruh. Nur oft genug wollen wir alles gleich lang stutzen, doch das bringet nur wenigen Nutzen und Schönheit liegt oft im Unterschied, dass eines höher, das andere niedriger blüht. So soll auch unser Häuschen bescheiden und klein sich zwischen die größeren anderen fügen ein und soll doch uns und Besuchern zum Wohle und zur Freude sein!

Am 14. August ward das Mauerwerk begonnen, und genau gemessen, wo Türen hinkommen. Und ruckzuck steht die erste Steinereihe, auf dass auf ihr die Außenmauer nun gedeihe! Die Tage drauf wächst das dann hoch, was dann Herr Baron mit uns besichtigt noch und zeigt uns wo wir wachen oder schlafen werden, die Räume freuen uns ohne jede Beschwerden! Sie werden wahrlich angemessen groß und schaffen nicht zu viel Arbeit, wenn das Putzen geht erst einmal los!

Und hoffend, dass der Bungalow nun weiter wachse so, gehen wir in ein Wochenende froh, und danken Gott, der es so gut gefügt, dass man nun solchen Fortschritt sieht! Und nicht nur in die Höhe wächst, weil Stein auf Stein wurde gesetzt, auch innen in des Außenwänden, sieht man, wo Zimmer, Bad und Hauswirtschaft sich dann befänden.

Und nicht nur über der Eingangstür, nein, auch bei Fenstern sorgt ein Sturz dafür, dass auch da wird ein Abschluss oben gesehen, wo dann der Zimmermann drüber lässt was entstehen. Auch sind die Öffnungen für die Lüftung ausgespart, hin kommen Wärmetauscher der kleinen Art! Da freuen wir uns samt einer Besucherzahl, dass wir das Weiterwachsen sehen allzumal. Hier schaut der Schwager auf den Plan, was hier und wohin gebaut werden kann. Der Jonas seine Mutter informiert, was er in USA als Flaschner- Ferienjobber soeben hat montiert. Mög auch der Himmel wahrlich schauen noch herein, unser Herz soll für dessen Herrn stets offen sein.

So sehen wir`s am 21. August und warten schon gespannt, was weiter wächst zu unserer Lust ?! Am 27. August werden es mehr Paletten, die nun sind von Steinen leer. Denn drinnen hat trotz großer Hitze gemauert einer ohne leerer Ritze das Bad, an Orgel und an Schlafeszimmer, so langsam bekommt man da dann einen Schimmer, von dem, was wird an Räumen groß und klein, noch sieht es hoch aus, bis der Estrich kommt hinein, und dann oben die Decke und das Dach, wir warten bis das kommt so nach und nach! Noch stapeln sich ja viele Steine auf Paletten, die gerne dann als Mauern stehen täten! und dankbar schauen wir uns an, was alles wurde schon für unser Haus getan!

Baudokumentation V

Am 12. und 13. September geht es rund,
da kommen Handwerker, ganze 6, nicht nur für
eine Stund‘!
Das Dach wird gelattet über der Folienbahn,
die Dachrinnen gebracht in alle Winkel an,
und der Kamin wird aufgerichtet,
ganz fein dafür man die Folie sauber lichtet.
Nur in den Räumen nun die Sonne fehlt,
wenn man nach oben schaut sieht man Gebälk
statt blauem Himmel über sich,
die Balkenzahl verwirrend ist.
Das sieht doch wirklich fast schon wohnlich aus
und man kann schauen wahrlich auch hinaus,
die Stützen freilich hemmen noch den Blick
und wir warten noch auf die Ziegel, viele Stück!!!
Doch auch für Hütte und Garage
liegen die Fundamente und man wagte,
das Gartenhaus gleich zu bestellen,
damit die Zimmerleute können es aufstellen.
Die Farbe sucht man dafür aus,
damit das passt dann hin zum Haus
und auch die Garage wird avisiert,
damit die im Dezember steht hier kultiviert.
Inzwischen schauen wir beim Nachbarn zu,
wie so was wird auf die Fundamente gesetzt so ganz im Nu!
Nun, kaum sechs Wochen nachdem man konnt‘ beginnen,
sieht es doch ganz so aus, als ob dies Werk könnte gelingen.
Dankbar gehen wir rund um den Bungalow
und danken unserem Schöpfer froh!
Auch freuen wir uns, dass die Handwerksleut
Dank dem Herrn Baron kamen zur rechten Zeit!